· 

10 Tipps gegen das tägliche Chaos

Wer kennt es nicht, das tägliche Chaos im Alltag mit Kindern. Einkaufen, Wäsche waschen, kochen - am besten so, dass es gesund ist und allen schmeckt, Termine einhalten, zur Arbeit gehen, Putzen, aufräumen, Dinge reparieren, Kinderkleidung ausmisten und neue beschaffen, in der Schule mithelfen... ich könnte die Liste endlos weiterführen. Und gerade wenn sich Mann und Frau die Kinderbetreuung, den Haushalt und die Geldbeschaffung teilen, braucht es besonders viel Organisation, damit man nicht im Chaos untergeht. Aber auch wer alles alleine stemmen muss, ist nicht viel besser dran. Ich selbst kann davon ein Lied singen. Aus diesem Grund habe ich mir auch immer wieder Gedanken darüber gemacht, wie man Abläufe vereinfachen kann, Struktur ins Chaos bringt und sich so den Alltag einfach angenehmer gestalten kann - für mehr Familienzeit und mehr Gemütlichkeit und Ruhe im eigenen Zuhause. Ich habe in den letzten Jahren viel zum Thema gelesen und auch manches ausprobiert, für gut befunden oder wieder verworfen.  Ich möchte daher gern die Quintessenz meiner Erfahrungen mit euch teilen. Wer weiss, vielleicht ist ja der eine oder andere Input dabei, der bei euch mehr Ordnung ins Chaos bringt :-)

1. Der Wochenplan

Plane die kommende Woche mit allen Familienmitgliedern, die schon mitmachen können. Am besten eignet sich dazu ein Familienkalender. Alle Termine der nächsten Woche werden besprochen und eingetragen. Gleichzeitig besprecht ihr, wer wann nach Hause kommt, wer die Jüngste bei den Grosseltern abholt und wer den Ältesten zum Sport fährt, wer wann einkauft oder kocht. Was bei euch eben organisiert werden muss. Kommt es irgendwo zu Terminkollisionen wird dies frühzeitig erkannt und es kann noch umorganisiert werden. Der Familienkalender wird dann an einem gut ersichtlichen Ort aufgehängt. Wir führen trotzdem noch einen digitalen Familienkalender, so dass überall die Termine von allen Familienmitglieder abgeglichen werden können. Alle Familienmitglieder mit Smartphone haben Zugriff darauf.

2. Der Menuplan

Wir haben im Familienkalender eine Spalte für das tägliche Menu reserviert. Wir planen bereits für die nächste Woche, wer was an welchem Tag kocht. Das bringt sehr viele Vorteile. Wir können so unseren Menuplan recht abwechslungsreich gestalten und auch die Resteverwertung mit einplanen. Wir planen so einen grossen Wocheneinkauf und brauchen dann nur noch hie und da eine frische Zutat. Das spart Geld, da nur das gekauft wird, was auch wirklich benötigt wird. Das tägliche Überlegen, was auf den Tisch kommt, entfällt völlig. Alle Familienmitglieder können bei der Menuplanung mitreden und ihre Ideen und Wünsche einbringen. Grösseren Kindern kann ein Tag zugeteilt werden, wo sie selbständig oder mit Hilfe eines Elternteils für das Menu (Auswahl und Zubereitung) zuständig sind.

3. Tägliche Routinen

Denken ist aufwändig, deshalb strebt unser Gehirn nach Routinen. Wir verwandeln also mühsame Tätigkeiten in Routinen, die dann plötzlich ganz mühelos von der Hand gehen. Überlege dir, was täglich von dir gemacht werden muss und wann die beste Tageszeit dazu ist. Anfangs stellst du dir am besten noch einen Wecker oder eine Erinnerung im Handy und erstellst eine Liste, von dem was du machen möchtest. Nach ca. drei Wochen, sind die Tätigkeiten bereits zur Routine geworden und du erledigst sie schon fast im Schlaf. Meine Routinen sehen in etwa so aus:

 

Morgens:

Betten machen und lüften und alles aus dem Schlafzimmer räumen, was da nicht hingehört, bspw. schmutzige Wäsche und Spielzeug, Geschirrspüler ausräumen und wieder ein. Toiletten kurz reinigen, sollte dies nötig sein.

 

Mittags:

Eine Ladung Wäsche waschen, die Wäsche vom Vortag aus dem Trockner nehmen, falten und verräumen, kurz den unteren Stock durchsaugen, 10min rumliegende Dinge wieder an ihren Platz bringen - hierfür stelle ich den Backofenwecker, es ist erstaunlich, was man in 10min alles schafft. Kaffe trinken :-)

 

Abends:

Lavabo und Spiegelschränke kurz abreiben, falls nötig, den nächsten Morgen vorbereiten. Neu soll noch dazu kommen: 10min Kinderzimmer mit den Kindern zusammen aufräumen

4. Herumliegende Dinge einsammeln

Manchmal ist das Chaos so gross, z.B. nach kinderreichem Besuch, nach einem hektischem Wochenend, bei kranken Familienmitliedern, dass einem der Überblick zum aufräumen fehlt und man nicht weiss, womit man beginnen soll. Nimm dann einfach einen Wäschekorb und sammle alles ein, was an Orten rumliegt, wo es nicht hingehört. Nun hast du das Chaos nur noch an einem Ort, nämlich im Wäschekorb. Das ist überschaubarer und du hast schnell Ordnung hergestellt. Entweder du gehst nun mit dem Korb von Zimmer zu Zimmer und verräumst alles oder du sortierst im Vorfeld, was wohin gehört und verräumst es dann.

5. Die Dinge sofort erledigen

Die meisten Menschen neigen dazu, unliebsame Dinge auf einen späteren Zeitpunkt zu verschieben. Anstatt den Müll runter zu bringen, wird er einfach vor die Türe gestellt, das schmutzige Glas auf die Geschirrablage anstatt direkt in den Geschirrspüler, die Sporttasche zuerst ein eine Ecke gepfeffert anstatt direkt ausgeräumt, Dinge werden irgendwo zwischengelagert, anstatt an ihren Platz verräumt. Kennst du das? Das Blöde ist, du musst die Dinge dann zweimal in die Hand nehmen, hast also am Schluss mehr Arbeit und es ist immer ein bisschen Chaos. Zudem häufen sich unerledigte Dinge immer mehr an und ziehen weitere unerledigte Dinge an, so dass du dann irgendwann gar nicht mehr weisst, mit was du beginnen sollst weshalb du es wieder auf morgen verschiebst. Gib dir also Mühe, Dinge, die in einem relativ geringen zeitlichen Aufstand stehen, immer sofort zu erledigen. Braucht etwas ein bisschen mehr Zeit, überlege dir, wann du es erledigen willst und tue es dann auch.

6. Am Abend den nächsten Tag vorbereiten

Nichts ist nervenaufreibender, als bereits gestresst in den Tag zu starten. Gestalte dir also deinen Tagesanfang so angenehm wie möglich. Check am Abend kurz deinen Terminkalender oder den Familienkalender. Du musst morgens früh los? Dann lege bereits deine und allenfalls die Kleidung der Kinder bereit, decke den Tisch für das Frühstück, packe Taschen, die du mitnehmen musst und bringe sie allenfalls schon ins Auto. So gehst du relaxt ins Bett und stehst entspannt auf.

7. Listen machen

Ich weiss, es gibt Menschen, die behaupten von sich, sie seien keine Listen-Typen. Aber Listen helfen dir, dein Gehirn zu entspannen. Alles was du aufschreibst, musst du nicht mehr im Kopf behalten. So hast du mehr Platz für wichtige Dinge. Gewisse Listen kannst du auch immer wieder nutzen, wie bspw. Packlisten für die Sportferien. Ich hatte z.B. eine Liste fürs Babyschwimmen. Mit Baby braucht man immer unzählige Dinge und mein stillgeschwächtes und schlafentzogenes Gehirn konnte sich einfach nichts merken. Und immer ging ich mit dem unguten Gefühl aus dem Haus, bestimmt irgendwas vergessen zu haben. Eine kleine Liste, mit den Dingen, die ins Babyschwimmen mit mussten, ersparten mir viel Zeit, Konzentration und Energie.

8. Ausmisten

Alles hilft nichts, wenn du zuviele Dinge hast - und du hast bestimmt zu viele Dinge, besonders wenn du Kinder hast. Mehr Dinge heisst, weniger Platz und mehr was verräumt, geputzt und repariert werden muss - also mehr Chaos und mehr Ballast. Ausmisten oder gar nicht mehr so viele Dinge anzuschaffen ist aber leichter gesagt als getan. Nicht ohne Grund wurden bereits ganze Bücher zu dem Thema veröffentlicht. Ich kann dir also hier nur einen kleinen Anstoss geben, dich immer wieder damit auseinander zu setzen mit welchen Dingen du dich umgibst. Was benötigst du wirklich und an was hast du Freude? Alles andere kann weg. Du wirst dich leichter und unbeschwerter fühlen. Auch ich und meine Familie sind immer noch auf diesem Weg und besitzen noch viel zu viele Dinge.

9. Perfektionismus abschalten

Man könnte meinen, dass perfektionistische Menschen, einen perfekten Haushalt haben. Meist ist dem aber nicht so - ausser sie haben gaaaanz viel Zeit. Perfektionismus ist im Alltag eher hinderlich. Ich weiss das, ich leide selbst darunter. Perfektionisten funktionieren nämlich meist nach dem Motto, entweder perfekt oder gar nicht. Für perfekt fehlt aber im Alltag mit Kindern oft die Zeit und die Energie, also bleibt's häufig beim gar nicht. So lange bis es dem Perfektionisten dann doch zu bunt wird (oder Besuch ansteht) und er sich eine menge Zeit nehmen muss, um das Haus wieder "perfekt" auf Vordermann zu bringen. Das hält aber meist nicht lange und schon ist wieder Chaos. Perfekt ist nicht möglich und bringt auch nichts. Mache lieber immer ein bisschen was im Haushalt als zu warten bis du Zeit hast, alles perfekt zu machen.

10. Miteinander sprechen

Ein Haushalt besteht aus unterschiedlichen Menschen mit unterschiedlichen Vorstellungen von Sauberkeit, Ordnung, Prioritäten usw. Deshalb geben diese Themen in Familien häufig auch Anlass zu Streit und Missverständnissen. Du musst wissen, was deinem Partner oder deiner Partnerin und deinen Kindern wichtig ist und sie müssen wissen, was dir wichtig ist. Kommunikation und Verständnis für andere Sichtweisen sind deshalb das A und O für einen möglichst reibungslosen Ablauf. Besprecht also als Paar immer wieder, was euch zu Hause wichtig ist, was eure Werte sind und was eure Ziele. Bezieht je nach Alter auch die Kinder mit ein und entscheidet euch gemeinsam für euren Weg. 

Ich freue mich über einen Kommentar von dir und deine besten Tipps für ein gemütliches und ordentliches Zuhause.

 

Daniela 

Kommentar schreiben

Kommentare: 4
  • #1

    Sybille (Donnerstag, 09 Januar 2020 14:01)

    Hihi, das mit dem Perfektionismus beiseite legen ist gaaar nicht so einfach - ich bin auch eine, die an dieser Krankheit leidet. Aber ab dem 3. Kind war gar nichts anderes mehr möglich, ohne fast umzufallen.
    Beim Kochen haben wir auch gerade so eine unbefriedigende Phase: Keine Ideen, nicht mehr so viel Zeit wie früher,... das mit dem Wochenplan ist zwar naheliegend, wurde aber bis jetzt nur halbherzig gemacht - da müssen wir dahinter! Danke, für den Reminder!���

  • #2

    Andrea Gilomen (Donnerstag, 09 Januar 2020 18:27)

    Zack! Erwischt - praktisch bei jedem Punkt :-).
    Reminder für mich: Listen machen und tägliche Routine....
    Bei mir hilft noch: Putzfrau - da muss ich am Abend vorher aaaalllles aufräumen :-)

  • #3

    Wickelwind - Daniela (Freitag, 10 Januar 2020 08:58)

    Vielen Dank Sybille. Ja, die Erstellung des Wochen/-Menuplans braucht auch für uns immer ein bisschen Überwindung. Aber wenn er mal gemacht ist, ist es wunderbar. Wir testen gerade ein ergänzendes System mit so kleinen Menukarten, die in verschiedene Kategorien aufgeteilt sind, damit das ständige Überlegen "was kochen wir denn" entfällt. Vielleicht später dazu noch mehr. Auf alle Fälle habe ich die Menuplanung für diesen Monat bereits ganz erstell :).

  • #4

    Wickelwind - Daniela (Freitag, 10 Januar 2020 09:02)

    Liebe Andrea, die täglichen Routinen helfen wirklich sehr, damit die Grundordnung bestehen bleibt. So bleibt dir die Grossaufräumaktion, bevor die Putzfrau kommt, erspart :)